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Warum Tragetücher ?

Der menschliche Säugling, ist kein Nesthocker. Anders als viele Säugetiere, wie zum Beispiel Hunde und Katzen, lassen Primaten ihre Babys nicht am sorgfältig ausgewählten Wurfplatz zurück während sie Nahrung besorgen. Sie sind aber auch keine Nestflüchter wie Pferde oder Elefanten, deren Junge schon wenige Stunden nach der Geburt selbständig mit der Herde mitziehen können.

Primatenbabys, und so auch das menschliche Neugeborene, sind Traglinge, die sich ins Fell der Mutter klammern. Die ständige Bewegung versichert ihnen auch im Schlaf, dass sie nicht „vergessen“ oder zurückgelassen wurden, was für das unselbständige Neugeborene lebensbedrohlich wäre. Dieser Instinkt ist übrigens auch der Grund, warum sich Babys in einer Wiege oder vom Schaukeln des Kinderwagens „austricksen“ lassen und einschlafen.

Da das Baby ein Tragling ist, ist auch seine Körperform für das Getragenwerden optimiert. Der Greifreflex, den Säuglinge an Händen und Füßen haben, erinnert noch an das „ins Fell klammern“ der Affenbabys. Auch die Wirbelsäule hat noch nicht die für den aufrechten Gang notwendige S-Form. Der Rücken ist rund und die Beinchen hockt das Baby automatisch an, sobald man es hochnimmt. Es bringt sich instinktiv in die perfekte „Klammerposition“. Ein Baby sitzt also gesund und richtig, wenn es wie ein Äffchen an der Mama hockt – auch wenn das Tragetuch das Fell ersetzen muss.

 

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